Schon häufiger war ich überrascht, wie sehr der Blick geschult wird, wenn man auf bestimmte Themen erst mal aufmerksam geworden ist. Bei den dreidimensionalen Strohgebilden ging es mir in der letzten Weihnachtszeit so, die ich an einigen Stellen bei Instagram entdecken konnte. Inzwischen hat sich der Kreis geschlossen, denn nach einer relativ langen Haupt-Verlag-Rezensionspause darf ich nun mit “Himmeli – dreidimensionale Objekte aus Stroh: Tradition, Techniken und Projekte“* fortsetzen. Den #himmeli Hashtag habe ich bereits bei Instagram abonniert und weiß nun dank der Neuerscheinung aus dem Schweizer-Verlag, dass sich dahinter eine finnische Tradition versteckt.
Mit den traditionellen Strohsternen bin ich tatsächlich nie so richtig warm geworden, obwohl viele in meiner Familie auch dieser Formen aus dem Naturmaterial sehr mögen. Die filigranen und so sehr graphisch anmutenden, schwebenden Gebilde, finde ich aber sehr beeindruckend. Die finnische Autorin Eija Koski hat sich diesen Raumkunstobjekten bereits seit mehr als 25 Jahren verschrieben. Im Vorwort der 160seitigen gebundenen Ausgabe liest man: “Himmelis sprechen die Sprache mathematischer Schönheit. Was sie zu sagen haben, kann man nicht mit den Ohren hören. Man hört es nur mit der Seele.” (S. 06)
Im ersten Kapitel des Buches, in dem die Fotografin Ananya Tantuu die Objekte zum Leuchten bringt, erfährt man wirklich spannendes Hintergrundwissen zu diesen strengen geometrischen Formen, die wohl früher traditionell in der Sauna entstanden und als Weihnachtsschmuck aufgehangen wurden. Da sie aber auch zu Geburten, Hochzeiten und anderen Glücksmomenten aufgehangen werden, sind es doch auch Ganzjahresobjekte, die aber selbst in Finnland fast in Vergessenheit geraten sind. In der Weihnachtszeit hat der Weihnachtsbaum die Himmeli, die in allen Sprachen gleich heißen, verdrängt.
Nach der Vorbereitung gibt es 37 ganz konkrete Anleitungen in diesem Buch. Dazu gehören aber nicht nur die aufgehängten Raumobjekte sondern auch Schmuckstücke, wie Armbänder und Ohranhänger. Das man dafür immer nur Stroh und einen Faden braucht, finde ich ziemlich faszinierend. Bei den wirklich großen Objekten liest man aber auch von 1644 Halmen. Ob ich dafür wirklich die Zeit und Geduld finde? Ich befürchte derzeit noch, dass es sich einfacher liest als es ist, wenn man den Faden durch die Strohhalme führt ohne dabei die dünnen Röhren zu spalten oder abzubrechen.
Am liebsten würde ich für diese Technik wirklich mal einen Workshop besuchen. Die Autorin selbst reist wohl dafür regelmäßig in die Schweiz und in Leipzig gab es vor Jahren auch mal einen Kurs. Außerdem habe ich recherchiert, dass diese faszinierenden Gebilde wohl auch in Litauen verbreitet sind. Wenn ich es wirklich zu einem vorzeigbaren “Himmeli” bringe, wird es ganz sicher hier im blog auftauchten.
Kanntet ihr diese Technik schon?
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Was es so alles gibt! Die Teile sehen ja echt super aus. Ich kenne nur die klassischen Weihnachtstrohsterne und hab da auch eher schlechte Erfahrung beim selber basteln mit gemacht ;o)
Wenn man bis zum Halme auffädeln kommt, hat man ja schon eine große Hürde geschafft: Das Halme auf ihre Länge bringen, ohne, dass sie kaputt gehen. Dabei muss man ja auch wirklich sehr akkurat vorgehen, sonst passt das alles am Ende vorne und hinten nicht zusammen…
Tolle Gebilde, oder? Ich habe mich tatsächlich schon mit bereits fertigen, gleichlangen “Stohhalmen” eingedeckt und bin sehr gespannt, wie das funktioniert ….